18.1.2010 – Meeting Creative Commons Switzerland

3. Januar 2010 von daniel


Creative Commons Switzerland
kümmert sich um alle Belange rund um Creative Commons in der Schweiz. Dazu gehört unter anderem die Anpassung der Lizenzen an das Schweizerische Recht, Unterstützung von Nutzenden der Lizenz oder Informationskampagnen. Aktuell ist Creative Commons Switzerland beim Verein Digitale Allmend angesiedelt. Im letzten Jahr hatten wir einige Vorträge gehalten und an der Übersetzung der Lizenzen gearbeitet. Creative Commons Switzerland möchte im neuen Jahr aktiver werden und benötigt dazu dringend Personen oder Gruppierungen, welche bereit sind mitzuarbeiten.

Creative Commons Switzerland lebt aktuell nur von der freiwilligen Mitarbeit. Mitarbeiten kann man in verschiedenen Bereichen, wie Anfragen beantworten, Informationsmaterial aufbereiten (Blog, Webseite, FAQ), Treffs organisieren, Vorträge etc.

Neben den Aktivitäten in der Deutschsprachigen Schweiz, würden wir auch gerne aktiv in der Westschweiz oder im Tessin werden. Bisher waren unsere Aktivitäten in diesen Regionen eher beschränkt. Es ist uns ein Anliegen im 2010 in diesen Gebieten aktiv zu werden.

Falls Du mitarbeiten möchtest, so sende bitte einfach ein Mail an anfrage(—)allmend.ch

Wir organisieren gerade einen Treff in Zürich am 18.01.2010. Du bist herzlich eingeladen am Treff teilzunehmen. Es bietet sich dort die Möglichkeit sich gegenseitig kennenzulernen und Ideen auszutauschen.

Der Treff findet statt:
Datum: Mo. 18. Januar 2010
Zeit: 19:00 – 21:00
Ort: ETH Zurich, Hauptgebäude, HG F33.5 (3) (Danke an project21 für den Raum)

Public Domain Day – Erste Eindrücke und Videos

2. Januar 2010 von daniel

Roger von KulturTv hat die ersten Impressionen zum gut besuchten Public Domain Day veröffentlicht.

Auch ein Interview hat er mit uns gemacht:

Link: Public Domain Day 2010 - Was ist das?

Public Domain Day 2010 – Generationenübergreifender Neujahresbrunchfür Kinder und Erwachsene ebenso

22. Dezember 2009 von daniel

Freitag, 1.01.2010, 13-19 Uhr Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich

Zürich, 22. Dezember 2009 – Mit dem Jahreswechsel fallen tausende von Werken und somit Teile unseres kulturellen Erbes der Allgemeinheit zu und können künftig frei vervielfältigt und verändert werden. Dabei geht es um ein fundamentales Element des Urheberrechts, nämlich die zeitliche Begrenzung der Urheberrechte als Ausgleich zwischen den Interessen des Autoren und der Öffentlichkeit. Alle Werke von Autoren,
die seit 70 Jahren verstorben sind, werden weltweit gemeinfrei. Je nach Land variiert diese Schutz-Dauer zwischen 50 und 70 Jahren nach dem Tod eines Kulturschaffenden, wobei vereinzelt auch kürzererÜbergangsfristen aufgrund von Verlängerungen bestehen.

Wir begrüssen an diesem Tag eine Reihe von Werken, die als Gemeineigentum verfügbar sind. Dabei handelt es sich um all jene Werke, die von Menschen erstellt wurden, die im Jahr 1939 gestorben sind. Gemeinsam mit unseren Kindern verändern und bearbeiten wir eine Auswahl dieser Werke, die ab sofort unseren Kindern gehören. So singen wir vereint das Dachaulied nach Jura Soyver im Karaokestil mit Ekaraoke.net, bereiten Müesli zur Freude von Maximilian Bircher-Benner, produzieren eine originale kollaborativ-dadaistische Collage mit Werken von Alphonse Mucha, Hermann Hirzel und Adolf Brütt, übersetzen Gedichte von Roth, Duun und Aav während Filme nach Zane
Grey und von Max Skladanowsky zum kostenlosen Download sowie bedeutende Jazzwerke in den Röhrenapparaten laufen. Daneben haben wir Zeit für einen gemütlichen Kaffee und brunchen ins neue Jahr mit der Gesamtausgabe von Sigmund Freud’s Psychoanalyse als Kopie. Besucher sind eingeladen, selbst Musikstücke, Datenträger, Bilder, Bücher, Tonträger, Zeitdokumente und dergleichen mitzubringen und aufzuführen. So retten wir ein Stück kulturelles Erbe für unsere Kinder mit Top
Unterhaltung.

Die Veranstaltung wird organisiert und unterstützt von Dock18, Digitale Allmend, Wikimedia CH und Cabaret Voltaire.

Für Fragen und weitere Informationen


Daniel Boos, boos(äät)allmend.ch
Mario Purkathofer, mario.purkathofer(äät)rotefabrik.ch

Organisation und Unterstützung
Dock18
Digitale Allmend
Wikimedia CH
Cabaret Voltaire

Gemeinfreie Werke und weitere Infos
Autoren deren Werke gemeinfrei werden
Wikisource – Kollektion freier Werke
Gutenberg-DE – Ab 1.1.2010 neu frei verfügbare Werke
Communia – EU Projekt zum Thema Public Domain
Weitere Public Domain Days in Europa

Austritt aus der Koalition für kulturelle Diversität

18. Dezember 2009 von daniel

Die Digitale Allmend ist per sofort aus der Koalition für kulturelle Diversität ausgetreten, da unser Gesuch für einen tieferen Jahresbeitrag abgelehnt wurde. Die Digitale Allmend bedauert den Entscheid des Vorstandes der Koalition. Die Digitale Allmend unterstützt zwar im Prinzip die Anliegen der Koalition und findet es deshalb schade, dass die Mitgliedschaft vorwiegend an die Finanzierung der Koalition gebunden ist und damit kleinere und finanzschwache Gruppen ausschliesst.

Die Digitale Allmend wünscht der Koalition ein gutes Weiterbestehen und hofft, dass trotz ihrem Austritt in Zukunft auch kontroverse Anliegen wie Creative Commons, Open Access, Public Domain und Free/Open Cultures behandelt werden.

Cheflöhne von Verwertungsgesellschaften sollen gekürzt werden

15. Dezember 2009 von daniel

Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer plant eine sehr interessante parlamentarische Initiative zum Thema Löhne der Chefs der Verwertungsgesellschaften. Der Blick hat gestern darüber berichtet und die Gehälter sind wirklich sehr hoch:

Deren Gehälter sind stolz: So kassierte der Geschäftsführer der Musikrechte-Verwalterin Suisa letztes Jahr 357000 Franken. ProLitteris (Literatur) zahlte ihrem Chef 308100 Franken, bei der Société des Auteurs (SSA) sind es 240000 Franken, bei Suissimage (SI) 200300 Franken.

Wenn man nun in Betracht zieht, dass sehr viele Urheber die Mitglied in einer Verwertungsgesellschaft sind nur sehr wenig bekommen, dann wirkt das ganze noch grotesker. Für SUISA haben wir vor Jahren einmal darüber berichtet.

Meeting Creative Commons – 18.1.2010

11. Dezember 2009 von daniel

French and Italian version below

Creative Commons Switzerland kümmert sich um alle Belange rund um Creative Commons in der Schweiz. Dazu gehört unter anderem die Anpassung der Lizenzen an das Schweizerische Recht, Unterstützung von Nutzenden der Lizenz oder Informationskampagnen. Aktuell ist Creative Commons Switzerland beim Verein Digitale Allmend angesiedelt. Im letzten Jahr hatten wir einige Vorträge gehalten und an der Übersetzung der Lizenzen gearbeitet. Creative Commons Switzerland möchte im neuen Jahr aktiver werden und benötigt dazu dringend Personen oder Gruppierungen, welche bereit sind mitzuarbeiten. Creative Commons Switzerland lebt aktuell nur von der freiwilligen Mitarbeit. Mitarbeiten kann man in verschiedenen Bereichen, wie Anfragen beantworten, Informationsmaterial aufbereiten (Blog, Webseite, FAQ), Treffs organisieren, Vorträge etc.

Neben den Aktivitäten in der Deutschsprachigen Schweiz, würden wir auch gerne aktiv in der Westschweiz oder im Tessin werden. Bisher waren unsere Aktivitäten in diesen Regionen eher beschränkt. Es ist uns ein Anliegen im 2010 in diesen Gebieten aktiv zu werden.

Falls Du mitarbeiten möchtest, so sende bitte einfach ein Mail an team_cc(ät)allmend.ch

Wir organisieren gerade einen Treff in Zürich am 18.01.2010. Du bist herzlich eingeladen am Treff teilzunehmen. Es bietet sich dort die Möglichkeit sich gegenseitig kennenzulernen und Ideen auszutauschen.

Der Treff findet statt:
Datum: Mo. 18. Januar 2010
Zeit: 19:00 – 21:00
Ort: ETH Zurich, Hauptgebäude, HG F33.5 (Danke an project21 für den Raum)


Creative Commons Switzerland si occupa di tutte le questioni che riguardano Creative Commons in Svizzera. Questo comporta fra l’altro l’adattamento delle licenze al diritto svizzero, il sostegno agli utenti delle licenze o campagne d’informazione. Adesso la sede di Creative Commons Switzerland è presso l’associazione Digitale Allmend (2). L’anno scorso abbiamo dato alcune conferenze e abbiamo lavorato alla traduzione delle licenze. L’anno prossimo Creative Commons Switzerland intende essere più attiva, e necessità quindi urgentemente di persone o gruppi pronti a collaborare. Per ora Creative Commons Switzerland vive soltanto di collaborazioni volontarie. Si può partecipare in diversi campi: rispondendo a questionari, preparando materiale informativo (blog, sito, FAQ), organizzando incontri, conferenze ecc.

Oltre alle attività nella Svizzera tedesca, vorremmo anche svilupparne in Romandia e in Ticino. Finora le nostre attività in queste regioni sono state piuttosto limitate, ma vorremmo esservi più attivi nel 2010.

Se desideri collaborare, manda semplicemente un e-mail a team_cc@allmend.ch. per favore. Il 18.1.2010 (19:00 – 21:00) organizzeremo un incontro a Zurigo (ETH Zurich, HG F33.5). Sei cordialmente invitata/o a parteciparvi: così avremo la possibilità di conoscerci in quell’occasione.


Creative Commons Switzerland (1) s’occupe de toutes les questions concernant Creative Commons en Suisse. Ceci comprend, entre autres, l’adaptation des licences au droit suisse, le soutien des utilisateurs des licences ou les campagnes d’information. Actuellement, Creative Commons Switzerland réside auprès de l’association Digitale Allmend. L’année passée, nous avons fait quelques conférences et travaillé à la traduction des licences. L’année prochaine, Creative Commons Switzerland souhaiterait être plus active. Dans ce but, elle a une nécessité urgente de trouver des personnes ou des groupes prêts à collaborer. Pour le moment, Creative Commons Switzerland ne vit que de collaborations volontaires. Il est possible de collaborer dans plusieurs domaines: répondre à des questionnaires, préparer du matériel informatif (blog, site, FAQ), organiser des réunions, des conférences, etc.
Outre ce que nous faisons en Suisse alémanique, nous souhaiterions devenir actifs en Romandie ou au Tessin, régions où nos activités ont été jusqu’à présent limitées. Mais nous voulons nous engager particulièrement dans cette direction en 2010.
Si tu souhaites collaborer avec nous, envoie simplement un email à team_cc(ät)allmend.ch, s’il te plaît.
Le 18.01 2010, (19:00-21:00) nous organiserons une rencontre à Zurich (ETH Zurich, Hauptgebäude, HG F33.5). Tu es cordialement invité/e à y participer: nous aurons ainsi la possibilité de faire connaissance.

1.1.2010 13-19 Uhr Public Domain Day

2. Dezember 2009 von daniel

Generationenübergreifender Neujahrsbrunch für Kinder und Erwachsene ebenso

Wir begrüssen an diesem Tag eine Reihe von Werken, die als Gemeineigentum verfügbar sind. Dabei handelt es sich um all jene Werke, die von Menschen erstellt wurden, die im Jahr 1939 gestorben sind.

Alle gesammelten Werke sind online verfügbar. Auf wildprovider.freehostia.com wird von 1.-30.Dezember täglich ein Link zu einem freien Werk vorgestellt.

Gemeinsam mit unseren Kindern verändern und bearbeiten wir eine Auswahl dieser Werke, die ab sofort unseren Kindern gehören.

So singen wir vereint das Dachaulied nach Jura Soyver im Karaokestil mit Ekaraoke.net, bereiten das grösste Müesli der Welt zur Freude von Maximilian Bircher-Benner, produzieren eine originale kollaborativ-dadaistische Collage mit Werken von Alphonse Mucha, Hermann Hirzel und Adolf Brütt, übersetzen Gedichte von
Roth, Duun und Aav während Filme nach Zane Grey und von Max Skladanowsky zum kostenlosen Download sowie bedeutende Jazzwerke in den Röhrenapparaten laufen. Daneben haben wir Zeit für einen gemütlichen Kaffee und brunchen ins neue Jahr mit der Gesamtausgabe von Sigmund Freud’s Psychoanalyse als Kopie.

So retten wir ein Stück kulturelles Erbe für unsere Kinder mit Top Unterhaltung.

Eine Veranstaltung von Dock18, Digitale Allmend und Wikimedia Schweiz.

Was ist Public Domain?
Unter Public Domain werden frei verfügbare Werke verstanden, wie zum Beispiele Literatur Musik oder Software. Werke im Public Domain unterliegen nicht oder nicht mehr dem Urheberrecht. Das Urheberrecht für Werke ist zetlich beschränkt, weshalb alle Werke längerfristig in den Public Domain fallen. Die zeitliche Beschränkung führt dazu, dass die Werke frei genutzt, d.h. vervielfältigt und verändert werden dürfen. Es ist ein Kompromiss zwischen den Interessen der Öffentlichkeit und des Urhebers. In den meisten Ländern ist dies 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers der Fall. Am 1.1.2010 werden alle Werke von Urhebern, welche 1939 gestorben sind frei. Zum Teil gibt es noch kürzere Übergangsfristen, weshalb in gewissen Staaten Werke schon früher im Public Domain sein können.

Public Domain Day
Für Kinder und Erwachsene ebenso
Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich

http://www.cabaretvoltaire.ch/

1.1.2010
13-19 Uhr

27.11.09 – Veranstaltung: “Piraten, Hacker & Freunde”

23. November 2009 von daniel

Netzwerktreffen zur Informationspolitik mit gemeinen Hackern, bösen Piraten, subversiven Künstlern, übertragbarer Band und virtuellen Künstlerinnen.

Der Titel der Veranstaltung bezieht sich auf eine Performance von Lucille Camille, die an diesem Abend stattfinden hätte sollen.
Vielleicht ist es ja aber gerade auch ein g…uter Aufhänger für einen Abend mit digitalen und analogen Aktivisten aus der Schweiz?
Stichworte des Abends sind digitaler Ungehorsam, das Image der bösen Piraten, der hacker, der subversiven Störer vs. Überwacher der Überwacher, ethische Hacker und gute Piraten. Sind wir so böse wie wir tun oder schauen wir nur so aus? Warum ist das anstössige anziehend?

Fragen hat zur lokalen Informationspolitik sind willkommen live auf http://tv.dock18.ch oder vor Ort im Dock18 Studio.

20 Uhr Vorstellung der anwesenden Gruppen/Personen/Ideen.
Brainstorming und Planung einer Aktivwoche zur Informationspolitik. Wer macht was? Wer setzt sich für welche Themen ein? Welche Projekte/Aktionen haben stattgefunden? Was ist in Planung?

21 Uhr Interview und offene Diskussion, anschl. übertragbare Performance oder Nacht&Nebel Lecture

23 Uhr Remote Konzert, Daylight Robbery

Mit
Denis Simonet, Piratenpartei Schweiz
Daniel Boos, Digitale Allmend
Hernani Marqeuz, Chaos Computer Club Zürich
Aurelia Fischli, OffOff Netzwerk unabhängige Kunsträume Schweiz
Mario Purkathofer, Dock18

Dock18, Rote Fabrik, Zürich

Lehrer müssen keine Diebe sein: Offene Inhalte für die Schulen anstatt Schutz der Verlage

4. November 2009 von daniel

Buchhändler und Lehrmittelverlage bangen um ihre Einkünfte und haben deshalb die Kampagne „Fair kopieren“ lanciert. Die Digitale Allmend weist jetzt darauf hin, dass der freie Zugang zu Wissen zentral ist für die Bildung und dazu alternative Lizenzen wie die Creative Commons zu fördern sind.

Der Verein Digitale Allmend hat mit Erstaunen von der Kampagne „Fair kopieren“ des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands SBVV und den Lehrmittelverlagen Kenntnis genommen. Lehrerinnen und Lehrer sollen vom Kopieren von Unterrichtsmaterialien abgeschreckt werden, indem davor gewarnt wird, dass qualitativ hochstehende Lehrmittel nicht mehr produziert werden könnten, falls für Unterrichtszwecke weiterhin kopiert wird. Die Kampagne operiert dabei mit nicht nachvollziehbaren Schätzungen und unterstellt, ohne den Beweis zu erbringen, vielen Lehrer und Lehrerinnen ein kriminelles Verhalten.

Auch wenn die Kampagne scheinbar ein differenziertes Bild aufzeigen möchte, so enthält sie einige Irreführungen und Übertreibungen. Sie ist stark von den Interessen von Verlagen an einer restriktiven Auslegung des Urheberrechts geprägt und erwähnt die Schrankenbestimmungen nicht als Recht, sondern als gutmütige Ausnahme der Rechteinhaber. Unter anderem behauptet die Kampagne fälschlicherweise, dass Buchkapitel nicht kopiert werden dürfen. Auch wird nur am Rande erwähnt, dass Schulen bereits beachtliche Summen für das Kopieren von Unterrichtsmaterialien an Verwertungsgesellschaften bezahlen und damit die Nutzung für den Unterricht vergüten.

Des weiteren werden keinerlei Alternativen aufgezeigt, wie auf kostengünstige Weise ein breiter Zugang zu Bildung und Wissen für unsere Schulen möglich ist. Es könnte bspw. darauf hingewiesen werden, dass bereits eine beachtliche Anzahl von Werken verfügbar ist, die durch die Verwendung von Creative Commons Lizenzen explizit vervielfältigt und je nach der gewählten Lizenz sogar angepasst werden dürfen. Open Source Communities, die Wikipedia-Autorenschaft oder wissenschaftliche Open Access Journals haben gezeigt, dass es auch alternative Wege gibt, qualitativ hochstehende Werke zu schaffen, bei denen Kopieren explizit erlaubt ist. Schliesslich darf nicht übersehen werden, dass im Literaturbereich viele Werke kopiert werden dürfen, da das Urheberrecht bereits erloschen ist.

Problematisch ist ausserdem, dass viele der an der Kampagne beteiligten Lehrmittelverlage im Besitz von Kantonen oder anderen staatlichen Institutionen sind. Es stellt sich ernsthaft die Frage, weshalb Werke, die von öffentlichen Institutionen für Bildungszwecke erstellt werden, nicht grundsätzlich frei verfügbar sein sollten. Eine Forderung die auch von Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit unterstützt wird: “Von der öffentlichen Hand finanzierte Forschungs- und Bildungsergebnisse sollen als öffentliche Güter frei verfügbar sein.” Eine Klärung der Situation ist dringend notwendig, da offenbar das ursprüngliche Ziel dieser Verlage, kostengünstige und einfach verfügbare Lehrmitteln für die Schule zu fördern, mit der Unterstützung der Kampagne „Fair kopieren“ in den Hintergrund gerückt ist.

Eine wirklich “faire” Kampagne würde nicht nur die Sichtweise und Interessen der Verleger darlegen, sondern auch die aktuelle Situation umfassender darstellen, nachhaltige Alternativen aufzeigen und fördern. Die Digitale Allmend verlangt von der Kampagne „Fair kopieren“ eine gründliche Überarbeitung der Kampagneninhalte entsprechend der aufgeführten Punkte. Sie fordern zudem, dass öffentliche Lehrmittelverlage und Bildungsinstitutionen vermehrt freie Lizenzen wie Creative Commons einsetzen, damit ihre Werke frei kopiert, verbreitet und verwendet werden können.

Promo-Musik gesucht, Verwertungsgesellschaftsmitgliedschaft als Hindernis

23. Oktober 2009 von daniel

Ein Onlineshop mit umweltfreundlichen Produkten (7Sky Greenroom) sucht Musik für ihren neuen Werbespot. Der Werbespot soll auf VIVA und MTV ausgestrahlt werden. Restorm unterstützt den Aufruf und Songs können dort eingereicht werden.

Dies ist sicher eine gute Promotionsmöglichkeit für einige Bands. Nicht jede Band kann jedoch problemlos teilnehmen und einen Song einreichen. Problematisch scheint die Mitgliedschaft bei einer Verwertunggesellschaft:

Wichtiges für Bands und Musikschaffende, die SUISA-Mitglieder sind: Die SUISA erhebt für die Ausstrahlung von Werbespots im Fernsehen Gebühren, sobald die gespielte/ausgestrahlte Musik von SUISA-Mitgliedern stammt. Gewinnt eine SUISA-Band den Wettbewerb, muss sie die Gebühr über CHF 2′500.- vorschiessen. Das Geld wird der SUISA weitergeleitet, die es nach Abzug der Verwaltungskosten an ihre Mitglieder verteilt. Wie hoch der Rückvergütungsbetrag tatsächlich ausfallen wird, entzieht sich der Kenntnis von 7Sky und restorm.com.

Die SUISA hat schon mehrfach begründet, weshalb sie das nicht möchte. Ein zentrales Argument ist dabei, dass Künstler davor geschützt werden sollen, Rechte einmalig zu einem tiefen Preis abzugeben. Das mag sein. Viel häufiger stellt sich aber für viele Musiker die Frage, wie sie
überhaupt zu Promotionsmöglichkeiten kommen.